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Modellbeispiel


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Anhand eines einfachen (Staats-) Modellbeispiels zeige ich auf, wie ein Staat Ausgaben tätigen kann ohne daß er Steuern erhebt und wie dieser Modellstaat in die Bredouille kommt wenn er versucht seinen Haushalt über Steuern zu finanzieren.

Dazu eine grundlegende Betrachtung aus "Mathematik von A bis Z", S.142ff von Mathe-Prof. William Dunham).

"...Ein paar Beispiele sind nicht genug ...()... Es gibt in der Logik ein unanfechtbares Grundgesetz:

Um eine allgemeingültige Gesetzmäßigkeit zu beweisen, bedarf es eines allgemeingültigen Arguments. Um sie zu widerlegen bedarf es nur eines einzigen Spezialfalles, in dem die Aussage nicht zutrifft. Solch einen Spezialfall nennt man Gegenbeispiel." (Zitatende)

Analog gilt in der Naturwissenschaft, daß eine Theorie (oder Aussage, Hypothese etc.) widerlegt ist, wenn man einen einzigen Spezialfall -eben das Gegenbeispiel- findet, in dem die Theorie nicht zutrifft. In diesem Fall muß man entweder die alte Theorie verwerfen und eine neue Theorie suchen, oder die alte „erweitern“, damit sie den Spezialfall ebenfalls umfaßt.

Die deutsche Wirtschaft hat nach der Währungsreform 1948 mit der neuen DM einige Jahre recht gut funktioniert, man nannte es das Wirtschaftswunder. Etwa ab 1975 stellte sich das Problem der Arbeitslosigkeit ein und heute hat die Staatsverschuldung ein Ausmaß erreicht bei dem ein Privatunternehmen schon längst Insolvenz hätte anmelden müssen. Das Geld fehlt an allen Ecken und Enden und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Bei jedem Haushalt, der mit dem zur Verfügung stehenden Geld nicht auskommt, kann man natürlich nach Fehlern in der Haushaltsführung suchen und wird sehr wahrscheinlich auch welche finden. Das trifft für alle, vom Bundeshaushalt bis zum Hartz-IV-Empfänger, zu.

Was könnten die Gründe für die desolate Situation des - beispielsweise deutschen - Staatshaushalts sein? Daß

Aufzählungspunkt unser Finanzminister nicht mit Geld umgehen kann, daß er Geld für Dinge ausgegeben hat auf die man besser hätte verzichten sollen? Oder
Aufzählungspunkt zu viel Geld am Staat vorbeigeschleust wird, also Schwarzarbeit und damit
Steuerhinterziehung? Oder
Aufzählungspunkt zu viel Geld ins Ausland geschafft wird um auch Steuern zu umgehen? Oder
Aufzählungspunkt Bankmanager zu hohe Gehälter und Boni kriegen? Oder
Aufzählungspunkt sich Banken in hohem Maße verspekuliert haben und mit Steuergeldern „gerettet“ werden müssen? Oder
Aufzählungspunkt zu viel Geld in die EU gezahlt wird (Euro-Rettungsschirm)? Oder
Aufzählungspunkt es der Zins ist, der zu exponentiellem Wachstum führt?

Das alles scheint logisch, man könnte meinen, wenn alle diese Punkte beseitigt wären, wäre alles in Ordnung. Sind das wirklich die Gründe der Misere? Wenn ein Problem vielfach auftritt, ist davon auszugehen, daß es eine gemeinsame Ursache hat. Ich wollte es genau wissen und habe anhand von Modellbeispielen die Probleme analysiert.

Ein (Staats-)Modell sollte immer so klein wie möglich und nur so groß wie nötig sein. Es sollte aber realistisch sein, das heißt, es sollte, wenn die Bürger entsprechend handeln würden, auch ohne Geld funktionieren. Um möglicherweise vorhandene Systemfehler zu finden, sollte das Modell eine nach herkömmlichem Verständnis kritische Situation darstellen.

Königsmodell

Angenommen, ein König lebt mit zwei Untertanen auf einer Insel, die ausreichende Lebensbedingungen bietet.

Eine Person ist arbeitsfähig und heißt Agil.

Eine andere Person heißt Seno, ist alt und kann sich nicht selbst versorgen.

Der König möchte, daß Agil Seno mit Lebensmitteln, z.B. Kokosnüssen, versorgt. Er sagt zu Agil: „Immer wenn Du Seno eine Kokosnuss gibst, sage es mir. Ich werde das in ein Buch eintragen und dafür sorgen, daß Du später mal, wenn Du alt bist und selbst keine Kokosnüsse mehr pflücken kannst, von einem anderen Kokosnusspflücker weiterhin Kokosnüsse bekommst." Das findet Agil gut.

Also gibt Agil die erste Kokosnuss an Seno und sagt es dem König. Der König vergewissert sich, ob Seno auch eine Kokosnuss erhalten hat, was Seno auch bestätigt. Daraufhin trägt der König in sein Buch (Konto von Agil) "eine Kokosnuss" als Guthaben ein.

Am zweiten Tag braucht Seno wieder eine Kokosnuss, die er von Agil auch bekommt, was vom König wiederum mit einer entsprechenden Eintragung honoriert wird.

Im Laufe der Zeit entsteht ein erhebliches Guthaben an Kokosnüssen zugunsten von Agil. Doch nützt ihm dieses Guthaben derzeit nichts, da er so viele Kokosnüsse - falls überhaupt verfügbar - jetzt nicht braucht.

Sobald Agil sich nicht mehr selbst versorgen kann, womöglich erst nach Jahrzehnten, könnte er sein Guthaben in Anspruch nehmen. Das setzt natürlich voraus, daß es dann andere Kokosnusspflücker gibt und genügend Kokosnüsse nachwachsen. In der realen Wirtschaft kann man davon ausgehen, daß es auch in ferner Zukunft ein reichhaltiges Angebot an Waren und Diensten geben wird, sofern das nicht durch einen Krieg oder eine Naturkatastrophe (wie das Erdbeben 2011 in Japan) gestört wird.

Diese Methode wäre zwar gerecht, erfordert allerdings für jede Kokosnuß die Empfangsbestätigung Senos (sonst könnte Agil mogeln). Um das auszuschließen läßt sich der König etwas einfallen:

Er nimmt ein Stück Papier und schreibt darauf „eine Kokosnuss".

Diesen Zettel gibt er Seno (als Sozialhilfe), der für diesen Zettel von Agil eine Kokosnuss bekommt. Agil erhält für diesen Zettel eine Gutschrift, wenn er ihn dem König übergibt. Der Erfolg ist der gleiche wie im ersten Modell, ohne daß es einer Rückfrage beim Empfänger der Kokosnuss, also Seno, bedarf.
Da der Zettel mehrfach zu gebrauchen ist, wird ihn der König wiederholt an Seno geben, bis er verschlissen ist und durch einen neuen ersetzt werden muß. Diese regelmäßigen „Zahlungen“ repräsentieren z.B. eine Sozialhilfe oder auch Rente und sind „Staatsausgaben“.

Der Zettel „läuft um", kann also mit Fug und Recht als „Umlaufmittel“, also Geld bezeichnet werden. So kann ein Staat mit einer begrenzten Geldmenge dauernd wirtschaften.

Auf die gleiche Weise könnten auch andere (öffentliche) Aufgaben finanziert werden.

Die Versorgung des Königs selbst habe ich zunächst weggelassen. Das wäre möglich indem er einen zweiten Zettel ausstellt, diesen (als Kunde) an Agil gibt und dafür auch eine Kokosnuss erhält. Dann gibt Agil auch diesen Zettel an den König (diesmal als Buchungsstelle, „Königliche Bank") zurück um sich den Betrag (eine Kokosnuss) ebenfalls gutschreiben zu lassen. Auf diese Weise ist der König in das System wirtschaftlich eingebunden, ohne daß er von irgendjemandem Abgaben (Steuern) erheben muß. Er verschenkt sogar regelmäßig Geld an Seno. Die Grenze bildet natürlich immer die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, in diesem Falle eine ausreichende Menge nachwachsender Kokosnüsse und genügend leistungsfähige Pflücker.

Hätte der König an einer Universität Volkswirtschaft studiert, so hätte er es sicher anders gemacht. Er hätte von den Geldeinnahmen Agils immer einen Teil als Steuern abverlangt. Das liefe dann möglicherweise so:

Wenn Agil 2 Zettel eingenommen hat, müßte er einen davon an den König abgeben (ESt. = 50%). Da der Zettel nicht teilbar ist, müßte ihn der König durch 2 Zettel mit der Aufschrift „½ Kokosnuss“ ersetzen. Einen davon bekäme Seno als Sozialhilfe, den anderen behielt der König für sich selbst. Der König und Seno könnten sich jetzt jeder nur eine halbe Kokosnuss bei Agil kaufen. Damit hätte Agil zwar wieder 2 Zettel eingenommen aber im Wert von nur 1 Kokosnuss. Von diesen Einkünften müßte er wieder 50% Steuern zahlen, das wäre jetzt nur noch ½ Kokosnuss (Geld).

Nun müßte der König diesen einen Zettel abermals durch zwei andere mit je ¼ Kokosnuss ersetzen, um sie wieder zwischen Seno und sich selbst gerecht aufteilen zu können. Die Sozialhilfe für Seno müßte erneut gekürzt werden und auch der König müßte sich weiter einschränken. Nun kann sich jeder nur noch ¼ Kokosnuss pro Tag leisten – usw. Ein Politiker der heutigen Qualität hätte wahrscheinlich nicht das Verhältnis 50/50 gewählt, sondern zu seinen Gunsten geteilt.

Auswege aus diesem Dilemma wären (ohne das Prinzip zu verlassen):

Aufzählungspunkt Täglich neue Zettel ausstellen (rasante Geldmengenvermehrung) und/oder
Aufzählungspunkt Abgaben ständig erhöhen und/oder
Aufzählungspunkt Sozialleistungen für Seno und das Königsgehalt ständig kürzen und/oder
Aufzählungspunkt Der König (der Staat) müßte sich die bei Agil verbliebenen Zettel leihen, ständig steigende Staatsverschuldung

Alle diese Punkte sind zu unterschiedlichen Anteilen Realität. Es ist also sehr naheliegend (grenzt an Beweis), daß die globalen Probleme auf diesen, eigentlich sehr einfach zu erkennenden Fehler zurückzuführen sind.

Dieses zuerst beschriebene Konzept (ohne Steuern) ist in dem 1997 gegründeten System Goldring realisiert. Die Währung ist nicht Kokosnüsse, sondern Gold. Jeder Teilnehmer erhält zusätzlich ein bedingungsloses Grundeinkommen (Bürgergeld). Das Bürgergeld ermöglicht dauernd leistungsunfähigen Personen die Teilhabe. Der Goldring ist damit, im Gegensatz zu Tauschringen, ein soziales System.

 

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